Bewegung im Alltag

Slowly Learning to Slow Down

[This article originally appeared in German as part of my 100-day writing challenge on December 12th, 2015.]

This topic goes back to Feldenkrais, and his understandning of motor learning - he made it very explicit to refine movements very slowly, before proceeding to regular or even higher speeds.

Very tough for someone like me, who loves to jump in and learn quickly when it comes to movement skills of all sorts.

But fortunately, my son has become an excellent therapist for challenging my pace and developing an appreciation for patient slowness. This is particularly the case during our mountain hikes that we started doing every other week now almost two years ago.

Talking about speed: When I do these hikes by myself, it usually takes me half the time that is posted on the road signs along the trails. It's not that I try to be as fast as possible - it's just that my body eventually finds its own rhythm, and I truly enjoy the steady effort against or with gravity.

In contrast, when I am with my son, it takes us about two to three times as long as estimated on the road signs (it depends how much he actually walks with his canes, and how much he is in his wheelchair). When we started doing these hikes, I sometimes suggested that he can go back into his wheelchair, so that we could advance a little faster (and I could get my kick-ass workout that comes from pushing a wheelchair plus kid uphill).

Until I stopped suggesting it. And his walking distances increased - his personal record is now close to four hours.

Instead of pushing for making headway, I succumbed to his quiet, meditative pace - and now am forever grateful to him.

Every time I walk with him, it's a beautiful reminder to not always hurry to the next place. To actually plan less for the day, and savor the fewer destinations. To not rush people and their learning processes, but rather let myself into them.

I have learned to walk slowly - and I am super proud of it.

Mit 10 noch gehen lernen - warum nicht?

Es klingt so schön: Die jüngeren Erkenntnisse der Neurowissenschaften weisen immer mehr darauf hin, dass das Gehirn höchst "plastisch" ist. Es gibt immer mehr Evidenz dafür, dass man bestimmte Dinge eben nicht nur in festgelegten frühkindlichen Zeitfenstern und Meilensteinen lernen kann - sondern im Grunde zu jedem beliebigen Zeitpunkt, ein Leben lang.

Ganz konkret heißt das, dass man alle möglichen motorischen Fähigkeiten, Bewegungen und Sportarten jederrzeit beginnen und auf ein ganz ordentliches Niveau bringen kann.

Aber wenn ich ehrlich bin - sehe ich nicht viel davon, wenn ich mich so umschaue. Ich sehe weder Kinder, die mit 8, 9 oder 10 Jahren auf einmal doch noch das Laufen lernen - noch sehe ich Erwachsene, die auf einmal im mittleren Alter eine erfolgreiche Sportlerkarriere beginnen.  Oder höchstens in Ausnahmefällen, einem Wunder gleich, das sich dann viral über das Internet verbreiten. Aber solche tiefgreifenden motorischen Lernerfolge haben bei Weitem noch nichts Alltägliches.

Warum eigentlich nicht? Sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse doch nicht so verallgemeinbar wie gedacht, oder gar missverstanden?

Als Mutter eines Kindes mit einer Körperbehinderung erfahre ich die Diskrepanz zwischen dem "fixiertem" und "plastischen" Gehirn-/Lernparadigma jeden Tag in einer oft beängstigenden Intensität.

Genauer gesagt erfahre ich überwiegend, wie sehr man zum Aufgeben getrimmt wird. Und wie sehr einem Angst gemacht wird, dass man bestimmte Zeitfenster verpasst, wenn man sich nicht wahnsinnig mit dem Therapieren beeilt. Je früher desto besser, sonst ist der Zug abgefahren.

So zum Beispiel, als es um das freie Laufen ging. Die gängige Prognose ist: Wenn ein Kind in den ersten Lebensjahren nicht laufen lernt - dann nie. Die gängige Empfehlung ist, es dann irgendwann auch nicht mehr zu probieren, und lieber dafür zu sorgen, dass das Kind ein gutes Leben im Rollstuhl führen kann.

Mit diesen Erfahrungen begann ich vor Jahren, mich mit den Details und Konsequenzen der Neuroplastizität zu beschäftigen. Und traf auf eine ganz neue Welt des Lernens, Dranbleibens und Gehirn-Anregens. Ich muss zugeben - zu Beginn kamen mir die Versprechungen dieses neuen Paradigmas fast Click-Bait-mäßig reißerisch vor. In der echten Welt unmöglich zu erreichen. Bücher wie die von Norman Doidge waren voll von wissenschaftlicher Evidenz und anekdotischen Fallstudien, die zum Teil kaum zu glauben waren. Ich hatte Zweifel, ob ich es nicht einfach mit einer Menge Outliern zu tun hatte - und ob die Masse der gescheiterten Lern- und Therapieversuche nicht einfach unerwähnt blieb.

Aber mit der Zeit meiner Recherchen begann sich für mich etwas zu ändern. Es war gar nicht so sehr ein neuer Glaube daran, dass viel mehr möglich ist, als ich mir vorstellen konnte - es war mehr die Erkenntnis, dass ich vielleicht einfach nichts ausschließen sollte. Es war mehr ein "Hoffnung nicht aufgeben" als ein "sich Hoffnungen machen".

Vielleicht macht genau diese Haltung "spektakuläre" neuroplastische Entwicklungen überhaupt möglich. Es ist eine Haltung, die keine spezifischen Ergebnisse erwartet - aber auch keine ausschließt. Dies öffnet den Raum für entspanntes Probieren, Experimentieren und Spielen bei dem nicht unbedingt etwas rauskommen muss - aber alles rauskommen darf.

Für meinen Sohn begann diese Entwicklung mit etwa 2-3 Jahren, als er mit Hilfe eines Rollators ins Gehen kam.

Mit 7 Jahren feierten wir dann schließlich das erste kleine Wunder in Bezug auf freies Gehen:

Und als ich meinen Sohn - Alter fast 10 Jahre - letzte Woche aus dem Hort abholte, traute ich meinen Augen nicht:

Egal wie sich sein freies Gehen von hier aus entwickeln wird - was ich an diesem Nachmittag sah, war manifestierte Neuroplastizität, so eindrucksvoll wie ich sie noch nie zuvor selbst erlebt hatte. Mir liefen Tränen übers Gesicht - mein Kind bewegte sich in einer Art und Weise, wie ich sie noch nie zuvor an ihm gesehen hatte.

Und mir wurde langsam klar, dass solche vermeintlichen "Wunder" eigentlich der Normalfall sein können. Die Tatsache, dass wir sie nicht ständig sehen und erleben liegt eben nicht darin, dass die neuroplastische Eviden trügt - sondern, dass wir - als Menschen, als Betroffene, als Eltern, als Ärzte und Therapeuten - wenig Erfahrung damit haben, welche Schlüssel eigentlich neuroplastische Vorgänge auslösen. Wir hängen noch so tief in dem veralteten fixierten Lern- und Therapiemodell, dass wir das "echte", natürliche Lernen erstmal (wieder) verstehen müssen.

Hier ein paar Aspekte, die auf dem Geh-Weg meines Sohnes aus meiner Sicht eine Rolle spielen:

  1. Der Ausstieg aus dem konventionellen Fördermodell. Mit Schulbeginn führten wir keine Physio-/Ergotherapie und auch keine Logopädie weiter. Mir war klar geworden, dass diese Therapien das Nervensystem viel zu wenig beeinflussten, und im Grunde mehr strukturelle Kosmetik waren als neuronale Anregung. Das heißt nicht, dass diese konventionellen Therapien nicht auch ihren Platz haben - aber man sollte sie regelmäßig auf Herz und Nieren für die eigenen Zwecke überprüfen.
  2. Voraussetzungen für spontanes, variiertes und engagiertes Bewegungslernen schaffen. Eine Sache, die mir durch meine Recherchen klar wurde: Die Umfänge von selbst engmaschigsten Therapieeinheiten (z.B. täglich 1-2 Stunden) waren immer noch viel zu gering, um neuronal effektiv sein zu können. Wir mussten Finnans Alltag so gestalten, dass er sich von sich aus, ohne es groß als "Therapie" einzustufen, in einer großen Bandbreite bewegen würde. Mehr Platz in meiner Wohnung, unterschiedliche Aktivitäten (Schwimmen, Planschen, Wandern, Schulwege), und herausfinden was ihm so sehr Spaß machte, dass er dabei die ganze Welt um sich vergessen konnte. Ich habe zum Beispiel nie freies Gehen mit ihm geübt - das ist etwas, was nur von ihm kommt, wie auch an dem denkwürdigen Tag letzte Woche.
  3. Zentralnervös wirksame Therapieformen. Mit dem Abschied von den konventionellen Therapien wendeten wir uns solchen zu, die direkter mit dem Gehirn arbeiteten. Rolfing/Osteopathie, modifizierte (selbstexperimentelle) Contraint-induced Movement Therapy, therapeutisches Reiten etc. Die über 50 Schritte von oben kamen, bestimmt kein Zufall, am Tag nach der ersten Rolfing-/viszerale Osteopathie-Sitzung seit Langem.
  4. Zeit lassen und nicht hektisch werden. Eine meiner wichtigsten Erkenntnisse: Jeder motorische Prozess braucht Zeit. Seine eigene Zeit. Und es ist völlig ok, sie sich zu nehmen. Es ist auch völlig ok, eine Weile nicht zu wissen, was gerade am Besten ist; beim Herausfinden ruhig und gelassen zu bleiben, sich auch nicht von Experten unter Zeitdruck setzen zu lassen. Angst und Stress sind immer ein schlechter Ratgeber - um so mehr, wenn es um motorisches Lernen geht.
  5. Überhaupt, selbst zum Experten werden und sich ein Netzwerk von neuroplastisch arbeitenden und ermutigenden Fachleuten aufbauen. Die Verantwortung für das eigene Kind (oder auch für sich selbst) kann man nicht einfach auf einen Arzt/Therapeuten/Lehrer übertragen, auch wenn diese das noch so sehr wollen. Keiner kennt das eigene Kind so gut wie man selbst - und keiner wird sich jemals so für dieses Kind reinhängen, wie Eltern für ihr eigenes Kind. Klar kann man die Hilfe von Fachleuten in Anspruch nehmen - aber man sollte sie gut aussuchen, sich mit ihrer Arbeitsweise vertraut machen und das Gefühl haben, dass man sich mit dieser Arbeitsweise identifizieren kann. Und diese Hilfe kann lediglich das sein, was sie ist - Hilfe, und nicht unbedingt die ultimative Wahrheit.
  6. Widerstände aushalten. Seitdem ich denken kann, werde ich für meine Entscheidungen in Bezug auf mein Kind von allen möglichen Fachleuten kritisiert. Oft auch noch ungefragt, weil jeder meint, mitreden zu müssen, wenn man ein Kind mit Behinderungen hat. Ich kann nicht sagen, dass mir das nichts ausmacht - im Gegenteil, oft trifft mich diese selbstverständliche Einmischung und ungefragte Kritik sehr. Es braucht viel Kraft, um ihr Stand zu halten. Ich versuche mich dann immer daran zu erinnern, dass ich a) mein Kind von allen "Experten" immer noch am längsten kenne, b) sein ganzes Leben im Blick habe, während alle anderen nur Ausschnitte und befristete Zeiträume sehen und c) die Kritik mehr über die Bedürfnisse des Senders aussagt als über die Qualität meiner Entscheidungen.
  7. Selbst besser bewegen lernen. Das ist wahrscheinlich einer der konfrontierendsten, aber auch faszinierendsten Aspekte. Irgendwann fiel mir auf, wie sehr Finnans Lernforschritte und Bewegungsmuster mit meinen eigenen zusammenhingen. Wenn man genauer darüber nachdenkt, ist es eigentlich nicht verwunderlich, da natürliches Bewegungslernen sehr stark durch Imitieren von Bezugspersonen angeregt wird. Daher gestalte ich mein eigenes Bewegungsverbessern und -lernen nun viel bewusster. Finnans 50 Schritte fielen zum Beispiel genau in die Zeit, als ich - nach einer mehrwöchigen Trainingspause - im Ballett ein paar neue körperliche Muster bemerkte. Dies ist aus meiner Sicht übrigens auch eine riesiges Potential der Inklusion insgesamt - die Möglichkeit, von Behinderungen betroffenen Menschen ganz viel anregendenden Imitationspielraum zu geben.

Diese Aspekte illustrieren sehr deutlich, warum wir so wenig "überraschende" Heilungserfolge oder nicht für möglich gehaltene Fortschritte sehen - denn sie brauchen ein rigoroses Umdenken und in vielerlei Hinsicht ein gegen den Strom schwimmen. Das kann an der Substanz zehren und oft genug auch entmutigen. Aber es steckt so viel Potential darin - auch und vor allem, weil sich vieles vereinfacht und entspannt.

Nach wie vor ist für mich nicht ausschlaggebend, ob mein Sohn irgendwann komplett auf seinen Rollstuhl verzichten wird. Ausschlaggebend ist für mich, dass er in Bezug auf seine Möglichkeiten nicht durch vorgefasste Meinungen und Prognosen eingeschränkt wird. Meine Idee ist, dass er gar nicht mehr dran denken muss, was eigentlich für ihn möglich ist - sondern einfach macht, und uns alle überrascht.

Beyond Training Podcast Episode 4! presents Nick Crocker (MyFitnessPal)

Background

I love how small the world can be: I (Skype-)met Nick Crocker, an early-30-yr-old native Australian and now San Francisco resident, through his cousin - who was the mother of one kid at my son's former kindergarten in Munich. She realized that Nick and I were on a similar mission with our businesses - and made the connection.

When you read Nick's bio - you immediately spot the entrepreneurial gifts he shares with the world - as a founder, fellow, and mentor. He is heavily rooted in digital media and applications - and it is exactly this what got him into the fitness and health industry. In 2012 he co-founded Sessions, a VC-funded coaching-based fitness app that was acquired by MyFitnessPal in 2014, upon which he joined MFP for product and coaching development. One of Nick's most burning missions is to make behavior change programms successful on a large scale - thereby contributing to a world that lives a healthier and more active lifestyle.

Nick holds degrees in Law and Political Science - and he is also a writer worth following. He had an appearance at the TEDxDarwin conference in 2011 and spoke at numerous other events.

Our main topic: Why is it so hard to tackle the current health crisis and lifestyle-related epidemics - and what can be done about it?

Welcome Nick (Summary and Links below!):

So klein kann die Welt sein: Ich lernte Nick Crocker, einen Anfang-30er gebürtigen Australier und Wahl-San Francisco-er über seine Cousine kennen - sie war die Mutter einer Kindergartenfreundin meines Sohnes in München. Ihr fiel auf, dass Nick und ich auf ähnlicher Mission unterwegs sind - und so stellte sie den Kontakt her.

Wenn man Nicks Vita liest - erkennt man sofort die unternehmerischen Gaben, die er mit der Welt teilt - als Gründer, Fellow, Mentor. Er ist in digitalen Medien und Apps zu Hause - und genau das hat ihn in die Fitness und Gesundheitsbranche gebracht. 2012 gründete er Sessions, eine VC-finanzierte Coaching-Fitness-App, die 2014 von MyFitnessPal erworben wurde - worauf hin er sich dem neuen Unternehmen im Bereich Produkte und Coaching anschloss. Nicks Mission besteht vor allem darin, Verhaltensänderungen auf einer großen Skala erfolgreich zu machen - und so zu einer gesünderen und aktiveren Welt beizutragen.

Nick hat Abschlüsse in Jura und Politikwissenschaften - und er ist auch ein sehr lesenswerter Blog-Autor. Er trat bei der TEDxDarwin-Konferenz sowie bei anderen Events als Referent auf.

Unser Hauptthema: Warum ist es so schwer, die aktuelle Gesundheitskriese und die gängige ungesunde Lebensweise in den Griff zu kriegen - und wie kann man es schaffen?

 

Summary

I introduce Nick as a true entrepreneur - and explain that today, we will mostly be talking about his most recent start-up called Sessions, which was basically an online and offline fitness coaching app. I mention that Sessions was VC-funded - which is not so common for the still more bootstrapping-oriented fitness/health industry. I ask Nick about the original idea for Sessions.

From 1:33 Nick says that at the beginning there was the big question: How can you help people to be more active? He knew that it was a matter of accountability, guidance and support. And that in the case of fitness/active lifestyle, the best way to do this is with a coach/personal trainer. The problem with that is that you actually need frequent check-ins with the coach, but not many people are willing to pay for such frequent sessions. And even if you can afford to train with a coach, say, eight hours a month, then there's all the time outside of these 1: 1 sessions, which goes completely unchecked. So the idea was to create a more comprehensive 1: 1 experience, a more real-time approach.

I mention that Sessions was purchased some time ago by MyFitnessPal (MFP) and I ask Nick to elaborate a little on MFP and how the Sessions vision continues to live within the larger MFP community.

Nick explains that MFP is the world's largest fitness/health app with over 80 million users. He adds that MFP was bought by Under Armour (UA) a month ago, which is the second largest sportswear manufacturer in the United States. That it's a great time of change and innovation. In general, MFP allows tracking of diet and exercising - and the vision behind this is to make an active/healthy lifestyle easier to implement and maintain. And one way to do this is to make it more accessible for people to work with coaches. So as part of his mission with MFP, Nick sees the possibility to make this coaching experience available to a wider audience now.

We talk about the partnership with UA, how MFP currently still has the biggest impact in the US, but still a very large potential exists internationally. Nick mentions in this context Endomondo, also a fitness app which was bought by UA, and which has a larger market share in Europe – thereby leveraging the range of Nick's and his colleagues‘ work worldwide.

From 6:55 I turn the conversation to the current health crisis and Nick's views on its underlying factors. At the time, when he and his partner launched Sessions, Nick wrote in a blog post that there is probably no other area in life where we collectively fail so completely as in the field of fitness and health. I ask Nick why he thinks this is so - why are we failing in this particular area and doing better in other areas like careers and relationships?

Nick says that the default state of modern life per se is unhealthy. That if you accept all the defaults of life today, then it’s inevitable that you emerge physically broken. And that's what makes it so hard: if you want to stay healthy, then you have to resist the standards of today's life, and that can be quite challenging. He mentions a pretty scary fact: For the first time ever, we live in a time in which the large majority of people die from preventable, lifestyle-based conditions rather than from infectious diseases. The world makes it very hard for us not to live unhealthy; when you look at how things ar marketed to us, how public life is structured, how social gatherings work, what role alcohol plays etc. We are simply social beings, and it is always challenging to not follow the herd – i.e. not having the drink, cake or the steak when everyone else is having one. To sum it up: it's just a very difficult problem and that's why we fail. At the same time, Nick believes that it is solvable, and no more difficult than getting someone to the moon.

I dig deeper on the topic of social compatibility because I feel it’s one oft he main barriers to a sustainable healthy lifestyle. In this context, I mention my recent chair-free project week, where I helped a public second grade to run classes without any chairs and tables, just to let them expierence in how many ways they could actually sit. That it was a great experience for the kids - but how this would be much more difficult with adults in an office environment.

Nick adds another example: The fact that many companies have no shower facilities in their buildings – i.e. activities during the day are very difficult to integrate, unless you are ok with wearing sweaty sports apparel in a meeting. On the other side, he points to standing or adjustable desks, which allow to switch working postures multiple times a day and are socially accepted. But this is still not very common.

From 12:55 I quote another –quite ambitious-  passage from Nick's blog - that behavioral changes in the future will be administered as easily and be as effective as a course of antibiotics. Nick clarifies  - he thinks it is time to make behavioral changes work consistently on a larger scale; you should be able to expect that certain behavioral changes should lead to particular outcomes. And right now we do not have that yet. As a positive example, he mentions a diabetes prevention program in the US, which is concerned with preventing diabetes from its precursors. The program worked better than the drugs that are usually prescribed in this situation. Nick thinks that this can work in all kind of health-realted areas - that 12-16-week programs can systematically lead to a new way of life and that until now, our approaches to lifestyle changes are way too rudimentary and we are still at the beginning. But it’s all coming. He would really like to see it happen quickly - but also knows that these changes happen one little step after another, and it takes time. In his opinion, the development to tackle such changes is inevitable, and there will be a time when it takes off big time.

From 15:15 I ask Nick what he does for himself and where his priorities lie currently when it comes to fitness and health.

Nick begins with a classification of people’s attitudes towards health and how much they are willing to put into it. He describes four stages of change towards a health-oriented lifestyle: 1) people who simply lead unhealthy lives and are not willing to do anything about it 2) people who want to make changes but are not very successful at it 3) people who want to live healthy and successfully put in the effort to do so, and 4) people who lead a healthy lifestyle without much effort. He goes on to say that these groups differ in their understanding of health: The first two groups understand health mainly as losing weight, while the other two groups see health as something that allows them to do whatever they want to do. Nick has this broader understanding of health and fitness; i.e. for him it's about being able to engange in whatever activities he feels like. He tries many of the new fitness applications that he comes across in San Francisco; he is a member of Hill Running Club, whose goal is to run on top of all 48 hills of San Francisco; additionally, he allowes himself to go through various phases of activities: Last year it was a lot of tennis for him, while currently, he does a lot of weights to get stronger - and it's totally ok for him if at some point he finds something new to be passionate about.

From 18:47 I mention Nick's attempt to build kind of a general fitness assessment, which he also describes in one of his blog posts. Basically, it's a compilation of strength and agility tests, which he has adapted from their competitive sports origin (Nick calls this test battery SYNAPSES). We talk about how difficult it is to perform such standardized tests with as simple means as possible, and he admits that there could be easier ways of doing such an assessement for the general public. He will continue to experiment with these tests and definitely re-assess his progress. He mentions that such an assessment also has a social component; that it is a fun and motivating way of getting a group of friends together and follow each other’s progress. Another underlying reason for coming up with a test was to make sure that he would not go backwards with regard to health and fitness. He makes an important point here: Usually it's not like health and fitness deteriorate suddenly, over a short period of time - but rather in very small daily steps that one hardly notices. Until it’s too late, or very late. We talk about how this is not a necessary element of getting older, but that you simply must find your own way counteract this development and actually reverse it to the positive.

I thank Nick for his time and look forward to following his work at MyFitnessPal in the future.

Ich stelle Nick als einen echten Unternehmer vor – und komme gleich auf sein letztes Start-up Sessions zu sprechen. Ich erwähne, dass Sessions Venture-Capital-finanziert war – was für die eher Bootstrapping-orientierte Fitness-/Gesundheits-Branche noch nicht so üblich ist. Ich frage Nick nach der Ursprungsidee für Sessions.

Ab 1:33 Nick erzählt, dass für ihn am Anfang die Frage stand: Wie kann man Menschen helfen, aktiver zu sein und zu bleiben? Ihm war klar, dass es darum ging, Verantwortung/Rechenschaft anzubieten, aber auch Unterstützung und Anleitung. Und dass dies im Falle von Fitness am Besten über einen Coach/Personal Trainer funktioniert. Problem dabei ist nur, dass man eigentlich häufige Check-ins mit dem Coach braucht, was aber das Budget vieler Menschen einfach übersteigt. Und selbst wenn man acht Stunden pro Monat mit einem Coach trainiert, dann istdie Zeit außerhalb dieser 1:1-Sitzungen, komplett unbegleitet. D.h. die Idee war, eine umfassendere 1:1-Betreuung anzubieten, die eher einem „Realtime“-Ansatz entsprach.

Ich erwähne, dass Sessions vor einiger Zeit von MyFitnessPal (MFP) erworben wurde und bitte Nick auszuführen, worum es bei MFP geht und wie die Sessions-Vision dort weiterlebt.

Nick erklärt, dass MFP die weltweit größte Fitness-/Gesundheits-App mit über 80Millionen User. Er fügt hinzu, dass MFP vor einem Monat von Under Armour gekauft wurde, dem zweitgrößten Sportbekleidungshersteller in den USA. D.h. es ist eine große Zeit des Umbruchs und Neuerungen. Generell erlaubt MFP das Tracken von Ernährung und Sporteinheiten – und die Vision dahinter ist, aktives/gesundes Leben einfacher zu machen. Und ein Weg dafür besteht eben darin, mit einem Coach zu arbeiten. Nick sieht in der Arbeit für MFP also die Möglichkeit, diese Coaching-Erfahrung einem größeren Publikum zugänglich machen zu können.

Wir sprechen darüber, dass die Partnerschaft mit UA und MFP momentan noch den größten Impakt in den USA hat, aber ein sehr großes Potential international besteht. Nick erwähnt in diesem Zusammenhang Endomondo, ebenfalls eine Fitness-App, die von UA gekauft wurde, und die einen größeren Marktanteil in Europa hat – was die Reichweite der Arbeit von Nick und seinen Kollegen erhöht.

Ab 6:55 Ich komme auf die Hintergründe der momentanen Gesundheitskrise und Nicks Ansichten dazu. Zu der Zeit, als Sessions an den Markt ging, schrieb er in einem Blogpost, dass es wohl kaum einen anderen Bereich im Leben gibt, in dem wir kollektiv so komplett versagen wie im Bereich Fitness und Gesundheit. Ich frage Nick warum das seiner Meinung nach so ist – warum fällt uns gerade das Gesundbleiben so schwer?

Nick sagt, dass der Grundzustand des modernen Lebens per se ungesund ist. D.h. wenn man sämtliche “Grundeinstellungen“ akzeptiert, dann kommt man einfach ungesund raus. Und genau das macht es so schwer: Wenn man gesund bleiben will, dann muss man sich den Normen widersetzen, und das ist anstrengend. Er bringt es auf den Punkt: Das erste Mal sterben weit mehr Menschen an vermeidbaren, Lebensstil-basierten Erkrankungen als an Infektionskrankheiten. Die Welt macht es uns einfach sehr schwer, nicht ungesund zu leben; das fängt beim Marketing an, oder wie das öffentliche Leben strukturiert ist, wie soziale Zusammenkünfte ablaufen, welche Rolle Alkohol spielt etc. Wir sind einfach soziale Wesen, und es ist immer schwierig nicht der Masse zu folgen – auf den Drink, Kuchen oder das Steak verzichten, wenn alle anderen eins nehmen. Es ist also einfach ein sehr schwieriges Problem und darum versagen wir. Gleichzeitig hält Nick es für absolut lösbar, und nicht schwerer als einen Menschen auf den Mond fliegen zu lassen.

Ich hake bei dem Thema „soziale Verträglichkeit“ nach und stimme Nick zu, dass es eine Riesenhürde ist. Ich erwähne meine stuhl-/tisch-freies Projektwoche, in der ich eine zweite Klasse dabei begleitet habe, Unterricht komplett ohne Stühle und Tische auf dem Boden zu erleen. Dass es eine großartige Erfahrung für die Kinder war – aber das genau dies mit Erwachsenen, in Büroumgebungen, sich schon schwieriger gestaltet.

Nick fügt ein weiteres Beispiel an: Dass viele Unternehmen z.B. keine Duschmöglichkeiten bereitstellen – d.h. Aktivitäten im Tagesverlauf sind sehr schwierig, wenn man nicht gerade in verschwitzten Sportklamotten in Meetings sitzen will. Auf der anderen Seite - verstellbare Tische, mit denen man im Tagesverlauf mehrfach die Arbeitsposition verändern kann und die sehr wohl sozial akzeptierter sind. Aber auch hier – noch nicht besonders verbreitet.

Ab 12:55 Ich zitiere eine andere ambitionierte Stelle aus Nicks Blog – dass Verhaltensänderungen in der Zukunft so wirkungsvoll sein sollten wie die Gabe von Antibiotika. Nick präzisiert das – er meint, es geht darum, Verhaltensänderungen zu systematisieren; d.h. man sollte davon ausgehen können, dass bestimmte Verhaltensänderungen zu bestimmten Ergebnissen führen. Und im Moment haben wir das noch nicht. Als ein positives Beispiel erwähnt er ein Diabetes-Präventionsprogramm in den USA, das verhindern soll, dass aus Diabetes-Vorläufern echte Diabetes entsteht. Das Programm funktionierte besser als das gängige Medikament. Nick meint, dass dies in allen Gesundheitsbereichen funktionieren kann – dass 12-16-Wochen-Programme systematisch zu einer neuen Lebensweise führen können und dass wir das bisher erst viel zu rudimentär angehen, erst am Anfang stehen. Er wünscht sich, dass es schnell gehen würde – und weiß aber auch, dass solche Sachen Schritt für Schritt passieren und Zeit brauchen. Aus seiner Sicht ist es aber unvermeidlich, dass es irgendwann seine Dynamik aufnimmt.

Ab 15:15 Ich frage Nick, was er für sich tut und wo momentan seine Prioritäten liegen, wenn es um Fitness und Gesundheit geht.

Nick beginnt zunächst mit einer Klassifizierung bzgl Fitnesszustand und Aufwand, den man dafür treibt. Er beschreibt vier Phasen der Veränderung zu einem gesundheits-basierten Lebensstil: 1) Menschen, die einfach ungesund leben und auch nichts dafür tun wollen, um es zu ändern 2) Menschen, die etwas ändern wollen aber den Aufwand scheuen; 3) Menschen, die gesund leben wollen und etwas dafür tun und 4) Menschen, die ohne großen Aufwand einen gesunden Lebensstil führen. Er führt weiter aus, dass sich diese Gruppen in ihrem Verständnis von Gesundheit unterscheiden; die ersten beiden Gruppen denken dabei vorwiegend ans Abnehmen, während die anderen beiden Gruppen eine erhöhte Lebensqualität darin sehen – d.h. für sie zählt, wenn sie bestimmte Aktivitäten tun können. Nick hat dieses breite Verständnis von Gesundheit und Fitness, d.h. für ihn geht es darum, möglichst viel machen zu können. Er probiert viele der neuen Fitness-Angebote aus, die ihm in San Francisco begegnen; er ist Mitglied eines Hillrunning-Clubs, dessen Ziel es ist, alle 48 Hügel von SF zu erlaufen; außerdem erlaubt er sich, verschiedene Aktivitäten in Phasen zu durchlaufen: Letztes Jahr viel Tennis, im Moment viel Training mit Gewichten – und es ist völlig ok für ihn, wenn es dann irgendwann Zeit für etwas anderes ist, in das er sich reinstürzen kann.

Ab 18:47 Ich erwähne in dem Zusammenhang Nicks Versuch, eine Art generelles Fitness-Assessment aufzubauen. Im Grunde ist es eine Zusammenstellung von klassischen Kraft- und Agility-Tests, die dem Leistungssport entlehnt sind (Nick nennt diese Tests SYNAPSES). Wir sprechen darüber, wie schwierig es ist, solche Tests möglichst standardisiert und einfach durchzuführen, und er räumt ein, dass man das Ganze auch etwas einfacher halten kann. Er wird weiter damit experimentieren und den Test auf jeden Fall wiederholen. Er erwähnt, dass so ein Test auch eine soziale Komponente hat; dass es motivierend und toll ist, wenn man eine Gruppe von Freunden zusammenbringt und immer wieder testet bzw zwischendurch dafür trainiert. Ein Grund war für Nick auch, gesundheitlich und in der Fitness keine Rückschritte zu machen. Er spricht einen entscheidenden Punkt an: Normalerweise ist es ja nicht so, dass die Gesundheit und Fitness über einen kurzen Zeitraum schlechter wird – sondern sich sehr konstant und in sehr kleinen tagtäglichen Schritten verschlechtert. Wir sprechen darüber, dass das ja keinesfalls zum Altern gehört, sondern dass man einfach seinen eigenen Weg finden muss, diese schleichende Entwicklung abzufangen und ins Positive umzukehren.

Ich bedanke mich für Nicks Zeit und freue mich darauf, seine Arbeit bei MyFitnessPal weiter mitzuverfolgen.

Beyond Training Webcast Episode 3! präsentiert Maria Klein (Partnervermittlerin)

Hintergrund (English below!)

Mit "Klassischer Partnervermittlung" verbindet man normalerweise einen leichte Angestaubtheit und etwas steife Zugeknöpftheit. Nicht so Maria Klein: Sie ist ehrlich gesagt ziemlich cool. Und das obwohl sie zu den renommiertesten Partnervermittlungen im deutschsprachigen Raum gehört und seit über 30 Jahren erfolgreich im Geschäft ist.

Die am Bodensee (Kreuzlingen/Konstanz) angesiedelte Unternehmerin ist wahrscheinlich die einzige ihrer Art, die tiefe Einblicke in ihr eigenes Leben und ihre Arbeit gewährt: So ist sie Autorin zweier (sehr lesenswerter!) Bücher, in dem sie - sehr lebendig! - spannende "Fälle" aus ihrer Tätigkeit beschreibt und von ihrem eigenen Ü40-Singleleben und ihrer (erfolgreichen) Partnersuche erzählt, in die sie sich nach Ehe und langjähriger Partnerschaft plötzlich geworfen sah. (Und nein, sie hat weder ihre eigene Kartei benutzt noch eine andere Partnervermittlung beauftragt, sondern ganz bunt und "modern" Offline-, Online- und sogar Speed-Dating kombiniert (warum, erklärt sie gleich in unserem Interview).

Vorhang auf für Maria Klein und unser Gespräch zum Thema Körpergefühl, Fitness und Ausstrahlung von erfüllten Singles (Zusammenfassung und Links weiter unten!):

Background

Nowadays, the classical type of (offline) dating/matchmaking agency has a slightly dusty and stiff connotation. Not Maria Klein: She is, quite frankly, pretty cool – despite being one of the most renowned dating agencies in the German-speaking countries and successfully in business for over 30 years.

The Lake Constance (Kreuzlingen / Konstanz) based businesswoman is unique in the offline dating industry by providing deep insights into her own life and work: She is the author of two (worth reading!) books in which she vividly tells about interesting and challenging "cases" from her work and even openly talks about her own single life at 40+ and her (successful) dating attempts, when she suddenly found herself being left after a long-term relationship. (And no, she has not yet used her own database or another dating agencies, but rather threw herself into a juicy mix of offline, online and even speed dating (which she explains in our interview).

Enter Maria Klein and our conversation about body image, fitness and appearance for a successful single life (summary below!):

Zusammenfassung (English below!):

Nach einer kurzen Einführung erzählt Maria Klein von ihrem Einstieg ins Partnervermitteln. Sie ist ursprünglich Sozialarbeiterin und ist während eines Stellenwechsels zufällig auf eine Stellenanzeige eines Partnervermittlungsunternehmens gestoßen. Trotz ihres jungen Alters damals konnte sie sich um die Stelle erfolgreich durchsetzen.

Ich erwähne Maria Kleins Transparenz (ihre Bücher, in denen sie ihre Arbeit sehr offen beschreibt) bzgl ihrer Arbeit – ich frage sie nach ihren Beweggründen. Sie erzählt, dass das erste Buch während einer geschäftlich langsameren Phase entstanden ist (als viele auf einmal der klassischen Partnervermittlung den Rücken gekehrt und zu Online-Dating-Portalen gegangen sind.

In ihrem zweiten Buch beschreibt Maria Klein ihre eigene Partnersuche nach einer langjährigen Partnerschaft und Ü40 – und zwar nicht über eine andere Partnervermittlung, sondern über Online- und Speeddating. Ich frage sie, wie sie darauf gekommen ist?

Maria Klein räumt zunächst ein, dass sie sich damals eigentlich viel zu schnell in die Partnersuche gestürzt hat, statt sich erstmal ein wenig Zeit zu nehmen. Und erzählt wie Freunde sie für potentielle Partner auf ihre eigene Kartei verwiesen haben – was aus ihrer Sicht natürlich gar nicht ging. Schließlich entschied sie sich dafür, erstmal all das auszuprobieren, was sie auch ihren Klienten rät und vorschlägt.

Mir mehr oder weniger großem Erfolg, wie sie lachend sagt. Wir sprechen darüber, dass es nicht unbedingt DEN einen erfolgsversprechenden Weg gibt, bei der Partnersuche, sondern das all dieses Ausprobieren und in Bewegung bleiben dafür sorgt, dass man in allen Begegnungen, die man generell so hat, offen bleibt. Egal ob es der Busfahrer ist, die Kassiererin, oder der Traumpartner, der einem auf der Straße begegnet.

Maria Klein erwähnt noch einen anderen Punkt: Sie sagt, dass es heutzutage, im Alltag, viel schwieriger ist, mit anderen einfach Blickkontakt aufzunehmen, weil einfach – im Cafe, im Bus etc – so viel aufs Handy geschaut wird, und die Menschen dann eigentlich vor Kontakt abgeschottet sind.

Wir sprechen dann auch über ein anderes „abschottendes“ Phänomen: Frauen, die abends mit einem „Sprich mich bloß nicht an“ Blick an der Bar sitzen, total aufgedonnert, aber dann pikiert sind, wenn ein Mann wagt, sie anzusprechen. Sie hat für Frauen einen guten Tipp: Natürlichkeit, und Männer mit knappen und einfachen Worten ansprechen – mit einem „Hallo“, oder „Ich weiß gar nicht, was ich trinken soll“ – Männer sind dafür sehr dankbar, vielleicht zuerst ein wenig überrascht, aber dann ist man auch ruckzuck im Gespräch.

Maria Klein erwähnt auch in diesem Zusammenhang, dass das Online-Dating für viele der bequemere Weg geworden ist. Aber selbst da ist ihr aufgefallen, dass Menschen sich viel weniger treffen – man blättert schnell einfach weiter, wenn einem im Profil oder den Nachrichten irgendeine Kleinigkeit nicht passt.

Ab 12:30: Wir kommen zum Thema Körpergefühl, Attraktivität und ihre Bedeutung für Singles, die nach einer langen Ehe/Partnerschaft in einer neuen Lebensphase wieder Single sind. Ich frage Frau Klein, was ihrer Erfahrung nach Attraktivität ausmacht?

Sie erzählt am Beispiel einiger Klienten, dass Aussehen und Figur nicht direkt etwas mit Ausstrahlung und Attraktivität zu tun haben. Und dass Männer zwar oft sagen, dass sie sich eine schlanke Partnerin wünschen, aber dass sie dann oft unter „schlank“ etwas ganz anderes verstehen als Frauen. So ganz dürr oder durchtrainiert finden sie dann doch nicht so toll, weil sie dann gleich Assoziationen von salat-nippenden Frauen haben, die nie mal ein Bier trinken.

Ab ca. 18:00: Frau Klein erzählt, wie Ansprüche an andere sich teilweise sehr vom eigenen Anspruch unterscheiden kann – d.h. der nicht gerade schlanke Mann, der sich eine gut trainierte Partnerin wünscht. Im Allgemeinen seien es schon die Frauen, die mehr auf ihre Figur und Attraktivität achten.

Ich frage Frau Klein nach den Grenzen dieser „Bandbreiten“ von Attraktivität: Gibt es auch Situationen, in denen sie ihren Klienten erstmal rät, etwas für sich und ihren Körper zu tun, bevor sie sich ernsthaft auf Partnersuche begeben?

Frau Klein bejaht das und erzählt ein weiteres Beispiel eines Klienten, dem sie zunächst empfohlen hat, 20-30kg abzunehmen, und der jetzt begeistert dabei ist. Wir sprechen darüber, dass solche körperlichen Veränderungen ja auch auf alle möglichen Lebensbereiche wirken, und dass man auch ganz anders im Leben steht, wenn man etwas für sich tut.

Ab ca. 22:00: Ich frage Frau Klein, wie denn ihrer Ansicht nach das Online-Dating den Fokus auf diese körperlichen „Parameter“ noch geschärft hat? Sie sagt ganz klar, dass es überhaupt keinen Sinn hat, beim Gewicht oder Größe zu schummeln, denn das ist nur frustrierend für beide Seiten. Außerdem nehmen sich z.B. molligere Frauen damit komplett die Chance, Männer zu treffen, die das eigentlich sehr gerne mögen. Man bekommt dann vielleicht weniger Zuschriften/Antworten, aber dann solche, die passen. Wir sprechen auch darüber, wie wichtig der Rest des Profils ist, aber dass viele sich gar nicht mehr die Mühe machen wollen, sich gut und einzigartig zu präsentieren. Wir sprechen über klassische „NoGos“ in Profilen, wie z.B. „Carpe Diem“ als Lebensmotto, oder Fotos mit Haustieren oder auf Berggipfeln.

Ab ca. 25:30: Als letztes interessiert mich was Frau Klein selbst für ihre gewinnende Ausstrahlung und Fitness tut. Sie zählt eine ganze Menge auf: JEDE Treppe (bis max. 5. Stock), die ihr über den Weg läuft, sie nimmt gerne soweit möglich das Fahrrad statt Auto, sie fährt Ski, sie wandert – und macht jeden Tag Dehnübungen und Übungen mit Gewichten (nebenbei, z.B. vor dem Fernseher). Sie isst, was sie will. Außerdem legt sie Wert auf Kontakte zu Freunden, pflegt ihre Hobbies, gönnt sich aber auch Phasen des Rückzugs (z.B. im Winter). Also alles, was sie gut in ihren Alltag integrieren kann. Auch Fitnesstudios findet sie nicht schlecht, braucht dort aber immer ein wenig Ansporn, daher eher Kurse oder Personal Trainer und nicht so sehr freies Gerätetraining.

Ab ca. 28:30: Wir sprechen darüber, dass gerade sportliche und Bewegungs-Settings auch ein guter und sehr unkomplizierter Weg sind, Männer und Frauen kennenzulernen, weil man sich sehr unverbindlich ansprechen kann. Ich bringe in diesem Zusammenhang das Thema „Erstes Date“ auf, und wie statisch und steif es sein kann, wenn man sich wie heutzutage üblich auf einen Kaffee oder Drink trifft. Dass selbst ein einfacher kurzer Spaziergang ein wenig mehr Lockerheit bringen kann. Was empfiehlt Maria Klein ihren Kunden? Sie ist der gleichen Ansicht und rät ihren Klienten z.B. vom klassischen Essen gehen ab – viel besser findet sie es, sich z.B. beim gemeinsamen Hobby zu treffen, wenn es so eins gibt – z.B. zum Skifahren (oder was auch immer die nähere Umgebung hergibt). (Frau Klein erzählt sogar vom Entenfüttern gehen als ein Beispiel, von dem eine ihrer Klienten berichtet hat.) Ein Treffen in einem sportlichen oder zumindest aktiveren Kontext hat auch den Vorteil, dass man sich nicht so aufstylen muss – und allein dadurch wird die Atmosphäre lockerer.

Ich bedanke mich für das interessante Gespräch, freue mich sehr auf die Lektüre von Maria Kleins erstes Buch und wünsche ihr viel Erfolg weiterhin für ihre tolle Arbeit.

Links:

Maria Klein Partnervermittlung: http://www.maria-klein.de/, auf Facebook: https://www.facebook.com/Partnervermittlung

Info über ihre Bücher: http://www.maria-klein.de/ratgeber-fuer-single

Das Beyond Training Angebot für Singles mit Link zum Fragebogen: http://www.gobeyondtraining.net/singles

Summary

After a brief introduction, Maria Klein recalls how she got into the matchmaking business as a young 22-yr-old. Originally, she was a social worker and came across a job advertisement from a dating service company during a job change. Despite her young age, she managed to compete successfully for the job. She later started her own dating agency.

I mention Maria Klein’s willingness to share her experiences with a wide audience (mainly through her books in which she describes her work very openly) compared to a rather buttoned-up rest of the industry. She explains that she decided to write her first book as business was slowing down due to the emergence of online dating. The book was well received and after a while people started to turn back to offline agencies.

In her second book, Maria Klein describes her own dating experience at age 40+ - when she suddenly found herself being single after a long-term relationship. I would have expected that she hired another dating agendy, but she chose to experiment with online and speed dating. I ask her how she came up with that.

Maria Klein says that in the beginning, she made the mistake of trying to find a new partner right away, instead of taking some time for herself. And then friends suggested that she look through her agency’s database – which was a complete no-go for her. Instead, she decided to try everything that she had ever suggested to her own clients – online dating included.

More or less successfully, as she recalls laughing. We talk about the fact that there is not necessarily THE one and only way for finding a new partner; rather that trying different ways and taking action has the effect of remaining open for opportunities, wherever they arise. And that it’s also about getting in touch with people in general - whether it's the bus driver, the cashier, or the man of your dreams.

Maria Klein mentions another point: She says that, in everyday life, it’s now much more difficult to just make simple eye contact with others due to the omnipresence of smartphones that lock people’s attention and let them dwell in their own world instead of connecting with everyone around them.

We talk about another "disconnective" phenomenon: women with a "don’t approach me" look on their face; i.e. sitting at the bar, or at a club, totally dressed-up, but then being sort of offended when a man dares to speak to them. Maria has a good tip for women: let your natural self take the lead, and approach men with short and simple words - with a "hello" or "hm, can’t decide what I wanna drink – what would you suggest?" Men are very grateful when women make a first step like that, perhaps a little surprised at first, but then you're in the middle of a nice conversation in no time.

In this context, Maria Klein also brings up the fact that for many people, online dating has become a more convenient way of meeting other people. But even then, she noticed, people are much less likely to meet in person; there is a culture of just clicking the next one if something in a profile or in a message is just a little bit not ideal.

From 12:30: We start diving into the topic of body image, attractiveness and its importance for singles – particularly those who suddenly find themselves without a partner after a long-term relationship or marriage, in new phase of their life. I ask Maria Klein what constitutes that sense of clearly felt attractiveness that makes people so irresistible independent of their body size and looks?

She illustrates with a few examples from her work how appearance and attractiveness have nothing to do with how people actually look or with how big they are. In fact, men often say that they want a skinny partner, but that often means something totally different to them than to women. So many men actually do not like very skinny or toned, because they get associations of women nipping at a salad leaf all night or never ever having a beer with them.

From 18:00: Maria Klein mentions how expectations we have regarding a potential partner can differ from expectations towards ourselves – i.e. the overweight man who wants a well-toned partner. In general, women pay more attention to her appearance and shape.

I ask Maria Klein about the limits of this attractiveness “bandwidth”: Has she had situations where she had to advise her clients to do something for their bodies before they engage in serious dating efforts?

She brings the example of a client whom she initially recommended to lose 20-30kg because she felt otherwise he would have trouble in finding the kind of partner he wanted. He is now actually enjoying the process. We are talking about how such physical changes also affect all spheres of life, and how you have a different standing in life once you start doing something for your body.

From 22:00: I ask Maria Klein how she finds online dating has shifted the focus on physical parameters? She replies that it definitely has, but that it does not help at all to cheat slightly on your weight etc in your profile. It will only get frustrating once you meet – and plus, you cheat yourself of the opportunity to meet the kind of people who actually like you just the way you are. For example, some men actually like women who are on the bigger side. These women may get fewer messages/responses, but those they do get will be a good fit. We also talk about the importance of the rest of the profile, but that many do not quite want to make the effort to present themselves well and to stand out as unique. We are talking about classic “don’t”s in profiles, such as naming "Carpe Diem" as your life philosophy, or photos with pets or on mountaintops.

From about 25:30: I am interested what Maria Klein does for herself; what habits help her to maintain her winning appearance and her fitness. There is quite a few things she names: ANY staircase (to max 5th floor) that crosses her path, she prefers her bicycle to her car wherever possible, she enjoys skiing, hiking – plus daily stretching and light weights (often while watching TV or similar). She eats what she wants. She also places importance on maintaining friendships and keeping up her hobbies, but also allows herself phases of withdrawal (especially during winter time). All these things integrate easily in her everyday life. She also likes gyms, although she finds herself more attracted to classes or working with a personal trainer, and not so much training by herself on machines.

From about 28:30: I add that gyms and sports in general are also a good and very straightforward way to get to know men and women, because it’s a very casual and relaxed setting for starting conversations. In this context, I mention that this may also be a good option for a first date, instead of the usual coffee or drink at the bar. That even going on a short walk is less stiff than sitting in front of each other the whole time. What does Maria Klein recommend to her clients? She wholeheartedly agrees and tells me that she completely advises against dinner at a restaurant for a first date. She encourages her clients to arrange some kind of activity, maybe a common hobby if there is one – go skiing for half a day, or whatever is available in your area (she even mentions duck feeding – which one of her clients reported after a successful first date). Meeting in a movement/sport setting also has the advantage that you do not have to worry about dressing up, so it makes for a much more natural atmosphere.

I thank Maria Klein for this interesting interview, really look forward to reading her first book, and I wish her all the best for her great work.